Panama Travel

Oh, wie schön ist Panama – Bocas del Toro, Las Lajas, Santa Catalina & Panama City

Sonnenuntergang Las Lajas, Panama

Hola aus Panama ihr Lieben!

Nun geht es endlich weiter mit Teil 2 unserer Panamareise, ihr habt sicherlich schon sehnsüchtig darauf gewartet 😛

Bocas del Toro

Unser Aufenthalt auf den Bocas del Toro lief ein wenig anders als erwartet… Eigentlich war geplant nach 3 Nächten auf der Hauptinsel Colon noch für 4 weitere Nächte auf die Nachbarinsel Bastimentos zu wechseln, wo es den bekannten und wunderschönen Red Frog Beach zu bestaunen gibt. Leider bin ich mehr oder weniger durch Zufall auf die Info gestoßen, dass erst im Februar 2017 dort, auf dem Weg zum Strand, eine amerikanische Reisende ermordet wurde. Die Leiche der jungen Frau wurden einige Tage nach ihrem Verschwinden gefunden und sie wurde öffentlich mit ihrem eigenen Badeanzug stranguliert. Wie auch immer der genaue Tathergang war, ich hatte absolut kein gutes Gefühl die kommenden Tage auf Bastimentos zu verbringen. Weitere Nachrichten über Touristengruppen, die auf der Insel vor ein paar Jahren mit Macheten überfallen wurden, haben mein schlechtes Gefühl noch verstärkt. Egal, wie schön eine Insel sein soll, wir beide reisen nirgendwo hin, wenn nur einer von uns kein gutes Gefühl dabei hat.

Somit wurden die bereits gebuchten Nächte auf Bastimentos gecancelt (ja, so schreibt man das im Deutschen :D) und wir verbrachten noch 3 weitere Nächte auf der Hauptinsel. Haben dafür nochmal die Unterkunft wechseln müssen, aber waren sehr zufrieden mit unserem großen Balkon und der Hängematte in der Casa Max. Am nächsten Tag besuchten wir nochmal den Seesternstrand. Am Tag darauf hat der Regen dazu geführt, dass wir die Zeit für weitere Reiseplanung nutzten.
Strand Bocas del Toro, PanamaStrand Bocas del Toro, Panama
Dann hieß es Abschied nehmen von den Bocas (völligst überzeugt haben sie uns definitiv nicht, daher war es nicht allzu schwer). Wir brachen auf Richtung Las Lajas, einem kleinen Strandort an der Pazifikküste. Und was hieß das nun genau? Richtig – endlich wieder Busfahren, jedoch sei verraten: mit fast minimalster Reisezeit schafften wir es in die neue Unterkunft. Mit dem Boot ging es morgens um 8 Uhr (6$ p.P.) nach Almirante, vom Bootsanleger für wenige Minuten mit dem Taxi (1$ p.P.) zur Busstation (Preisangaben schreib ich mal dazu, falls der ein oder andere von euch auch mal eine Reise durch Panama anstrebt). Dort stiegen wir aus dem Taxi und es stand dort schon der Bus nach David. Perfekt. Nicht perfekt hingegen waren unsere Sitzplätze: ich saß zwischen dem Fahrer und einer weiteren Person ganz vorne im Bus. Ich konnte leider mein linkes Bein die komplette Fahrt (3.5 Stunden, 9$ p.P.) über nur wie im Schneidersitz hinlegen, weil im Fußraum kein Platz mehr war. Dieser Fußraum war eigentlich nur für die Person rechts von mir bestimmt und ich saß auf einem… Naja…Polster. Habe euch diesen Sitzplatz mal in einem anderen Bus fotografiert :D. Toni war hinter mir eingequetscht zwischen 2 Panameries, Beinfreiheit 0 und er konnte auch nicht nach links oder rechts umfallen :D. Wir kamen allerdings schon nach 3.5 Stunden am Busbahnhof von David an, mit 4 Stunden hatten wir gerechnet.
Busfahrten in Panama

Las Lajas

Da wir uns am Busbahnhof halbwegs auskannten, fanden wir relativ schnell den Bus nach Las Lajas (was für ein Glück, der fährt nur 4 Mal am Tag und wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass wir einen Bus in die selbe Richtung nehmen müssen, an der Interamericana bei San Felix aussteigen müssen und mit dem Taxi nach Las Lajas fahren). Paar Minuten später fuhr der Bus dann los und wir wurden 1.5 Stunden (2.25$ p.P.) später direkt vor unserer Unterkunft, Casa Berlin, abgesetzt.
Die beiden Besitzer Andreas und Carsten, 2 Brüder aus Deutschland, haben die Unterkunft im Januar von einer ebenfalls deutschen Vorbesitzerin aus Berlin übernommen. Da die Unterkunft etwa 9 km vom Strand entfernt liegt, wurde uns angeboten, dass sie uns zu einem besseren Preis als das Taxi zum Strand bringen können und uns wieder abholen – sehr praktisch. Was kann man in Las Lajas machen? Strand, sonst nichts :D. Durch die Semana Santa, die Osterwoche, blieben uns nicht sooo viele Möglichkeiten über, die weitere Reise durch Panama zu gestalten. Die ganzen Panamaern fahren über die Tage aus den Städten zum Strand und deswegen ist ungefähr alles, alles ausgebucht. Den Höhepunkt der Semana Santa stellen dann die Tage von Karfreitag bis Ostersonntag dar, dazu später mehr.
Weiter mit Las Lajas: der nächste ATM liegt 10 Fahrminuten entfernt bei San Felix, es gibt 2 Supermärkte, wovon zumindest der eine gut sortiert war, eine Pizzeria und ein Restaurant mit lokalem Essen. Am Strand gibt es dann noch 2 weitere Möglichkeiten, um etwas zu Essen/Trinken. So wollten wir direkt am ersten Abend das lokale Restaurant testen: war wohl nichts, es war geschlossen :D. So saßen wir in der Pizzeria mit ziemlich guter Pizza von einem Italiener und wir merkten nichtmal, dass offensichtlich nur mit Maismehl und nicht mit Weizenmehl gebacken wird.
Pizza aus Maismehl in Las Lajas, Panama
Nach dem Frühstück am nächsten Tag ging es an den Strand. 20 km sehr breiter Strand (bei Ebbe kannst du darauf ein Fußballfeld errichten, so breit ist das), menschenleer und einfach nur Ruhe. Auf dem Kindle lesen, Musik hören, schlafen, sich die Fußsohlen im unfassbar heißen, dunklen Sand verbrennen… :). Und da wir ziemlich neidisch auf sämtliche Biergartenfotos und Fotos vom Angrillen aus München waren, waren wir sehr glücklich, dass Andreas und Carsten für uns und einen Kanadier ein super BBQ auf die Beine stellten – sehr lecker.
Strand von Las Lajas, PanamaStrand von Las Lajas, Panama
Am nächsten Tag chillten wir nochmal am Strand. Abends haben wir dort einen wirklich wundervollen, absolut schönen Sonnenuntergang erlebt… Dass ich etwas verliebt in Sonnenuntergänge bin, das ist ja bereits bekannt, daher lass ich einfach Bilder sprechen.
Sonnenuntergang am Strand von Las Lajas, PanamaSonnenuntergang am Strand von Las Lajas, PanamaSonnenuntergang am Strand von Las Lajas, PanamaYoga im Sonnenuntergang, Las Lajas, PanamaSonnenuntergang Las Lajas, Panama
Nach 3 Nächten in Las Lajas wurden wir von Carsten an die Interamericana gebracht und warteten dort, bis ein Bus Richtung Santiago/Panama City vorbeifuhr, den wir anhalten konnten. Explizit halten tut dort nämlich kein Bus, der Richtung Panama fährt. Dort haben wir außerdem festgestellt, dass wir die Interamericana tatsächlich schon von Puntarenas in Costa Rica bis aktuell San Felix abgefahren haben und die Strecke bis Panama City noch folgen wird. Nach 15 Minuten Wartezeit kam ein Doppeldeckerbus angefahren mit der Aufschrift David – Panama, lässig die Hand rausgehalten, Bus hält an – check. Schon saßen wir für etwas mehr als 2 Stunden im Bus nach Santiago (6.30$ p.P.). Von dort aus ging es zu Fuß zum Busterminal (der Busfahrer hatte uns irgendwie einfach an einer Straße und nicht an einem Busterminal rausgelassen) und von dort aus in 45 min nach Sona (2.50$ p.P.). In Sona passierte dann was außergewöhnliches: wir trafen zum ersten Mal andere Backpacker in öffentlichen Verkehrsmitteln, bislang waren wir wirklich ausnahmslos die einzigen Backpacker in den öffentlichen Bussen in Panama. Keine Ahnung wie die anderen reisen, angeblich laut Gesprächen ja auch immer mit dem Bus :D. In Sona konnten wir uns noch in einen der Minibusse quetschen, die 6 Mal täglich nach Santa Catalina fahren (5$ p.P.). Quetschen im wahrsten Sinne des Wortes, weil der Toni sich eine Sitzbank für eigentlich 2 Personen mit einem so unfassbar übergewichtigen Typen teilen musste und Toni nur eine halbe Arschbacke auf der Bank hatte :D. Ausgesprochen angenehm bei 38 Grad und ohne Klimaanlage…!

Santa Catalina

Nach 1.5 Stunden sehr warmer Busfahrt erreichten wir das Surferparadies Panamas: Santa Catalina. Angeblich soll es hier die besten Wellen Mittelamerikas geben, wenn man vielen Surferblogs Vertrauen schenkt. Vor wenigen Jahren noch ein kleines, beschauliches Fischerdörfchen gewesen, so zieht es heute Surfer und Reisende aus aller Welt an. Neben der Surferwellen gibt es außerdem von hier aus die Möglichkeit in 2-3 Bootstunden auf die Insel Koiba zu kommen, früher eine Gefängnisinsel und heute bekannt für ihre Artenvielfalt (da sich lange niemand auf die Insel mit den Gefangenen getraut hat und die Natur daher sehr unberührt und unverändert ist; nach dem Schließen des Gefängnisses wurde die Insel zum Nationalpark deklariert) und als Tauchspot (Walhaie, Delfine und teils auch Buckelwale). Während immer mehr Unterkünfte für Touristen gebaut werden und es mittlerweile schon 2 kleine Supermärkte gibt, gibt es noch immer keinen Bankautomaten – also immer genug Geld mitbringen (auf die Lesegeräte für Kreditkarten würde ich mich hier nicht verlassen)! Untergebracht waren wir 2 Nächte in Las Hamacas (traumhaft, sehr empfehlenswert), eine Nacht im Hotel Iguanito und dann erneut eine Nacht in Las Hamacas… Etwas umständlich, ging aber wegen der Vollbesetzung zur Osterwoche nicht anders.
Santa Catalina, PanamaLas Hamacas, Santa Catalina, Panama
Direkt am ersten Tag nach der Ankunft in Santa Catalina wagten wir die schweißtreibenden 25 Gehminuten zum Surferstrand mit dem Beach Break (Riff Break gibt es auch noch, La Punta heißt die Welle, jedoch vom Strand aus nicht richtig gut zu beobachten). Nach kurzer Überlegung hat Toni dann beschlossen, direkt am Nachmittag mal eine Surfstunde zu nehmen (30$ für eine Stunde). Pünktlich um 15 Uhr startet die Surflession mit dem kleinen Surfer-Panamaer, dem man schon ansah, dass er es drauf hatte 😀 (Nur zu erahnen, aber auf dem Foto ist Toni mit seinem Guide).
Santa Catalina, Panama
Nach der ersten Stunde auf/neben/unter dem Board war klar, dass wir das Brett noch für den Rest des Tages zur weiteren Übung behalten… Und so nahm das Glück seinen Lauf: wir waren komplett angefixt vom Surfen! Man, macht das viel Spaß :D. Am nächsten Tag haben wir uns zur Nachmittagszeit dann gleich 2 Bretter ausgeliehen, dass wir beide gleichzeitig im Wasser sein können… :). Leider wurde die Surfzeit nach 2 Stunden beendet, da es deutlich zu viele Quallen im Wasser gab und das wirklich äußerst unangenehm war.

Jedoch führte unsere neu gewonnene Liebe zum Wellenreiten zu einer kleinen, aber feinen Reiseplanänderung. Taiwan wird aus dem Reiseplan gestrichen, dafür wollen wir nach Bali. Die Pro-Argumente für Bali haben einfach überwogen. Super Wetter in Bali gegen Taifunsaison in Taiwan, auf Bali waren wir schon, es hat uns mega gut gefallen und es gab noch einiges, was wir nicht gesehen haben (waren vor 2 Jahren hauptsächlich auf verschiedenen Inseln Indonesiens unterwegs und nur knapp eine Woche auf Bali selbst). Super-Argument: man kann dort super surfen! Das ist genau das Tolle an einer Weltreise, man kann das machen, wozu man Lust hat und man hat die Flexibilität zu sagen: hey, wir schieben noch 2-3 Wochen Surfurlaub in Bali ein! Sehr gut, dass wir die Flüge innerhalb Asiens noch nicht gebucht haben :).

Santa Catalina würden wir auf jeden Fall empfehlen, uns hat die Stimmung dort sehr gut gefallen, viel besser als auf den Bocas! Und falls ihr mal da sein solltet: sehr leckeres lokales Essen zum guten Preis im El Pacifico :).
Sonnenuntergang Santa Catalina, Panama

Panama City

Nach einem weiteren Tag in Santa Catalina ging es los zum letzten Reiseziel in Panama: die Hauptstadt wartete auf unseren Besuch.
Um 7 Uhr morgens ging es dafür mit dem Bus nach Sona (5$, 1.5 Stunden). Mal wieder war das Busfahr-Glück in Panama auf unserer Seite: ein Bus von Sona nach Panama stand bereits am Busbahnhof und wir fuhren mit ein wenig Verspätung für 5 Stunden direkt nach Panama City (10$ p.P.). Begleitet wurde die Busfahrt von nervtötender und viel zu lauter Musik oder Gesäusel, wie auch immer man es nennen mag. Am Albrook Busterminal besorgten wir uns direkt den Rapi Pass für Bus/Metro in Panama City, angeblich nur 25 Cent pro Fahrt. Wir waren tatsächlich 4 Nächte in Panama City, da wir sonst wirklich keine ordentliche Unterkunft mehr in Santa Catalina oder auf dem Weg nach Panama City gefunden haben. Also haben wir uns zumindest für die letzten 3 Nächte ein richtig tolles Hotel (Best Western Panama Zen Hotel) in der Hauptstadt gegönnt, wo man auch mal nen halben Tag am Hotelpool verbringen kann :D.
Im Gegensatz zu deutschen oder europäischen Großstädten schadet es hier nicht, sich bezüglich der Sicherheit in den einzelnen Stadtvierteln zu erkundigen,  bzw. welche Viertel man als Tourist lieber nicht betreten sollte. So wurde uns von einem äußerst hilfsbereiten Angestellten des Hotels anhand einer Karte erklärt, dass wir zum Beispiel die Viertel Santa Ana und El Chorrillo definitiv meiden sollten (beherrscht von Armut, Drogen, Banden und Kriminalität). Interessant ist allerdings, dass direkt angrenzend einige ‚Touristenziele‘ sind, welche auch als sicher gelten.
Um einen wirklich schönen Blick über die Stadt zu haben, machten wir uns auf den Weg zum Ancon Hill, der höchsten Erhebung in der Stadt und unverkennbar durch die Panama-Flagge an der Spitze.

Ancon Hill in Panama City

Belohnt wurden wir mit einem tollen Ausblick auf die Skyline, einem Blick auf den Hafen und die Kanal-Schleußen und dem Blick zum beliebten Altstadtviertel San Felipe, direkt hinter El Chorrillo.

Blick auf Panama City vom Ancon HillBlick auf Panama City vom Ancon HillBlick auf den Panama Kanal vom Ancon HillBlick auf San Felipe und El Chorillo
Danach sind wir mit dem Taxi nach San Felipe gefahren, um dort durch die Gassen und Straßen mit teils renovierten Kolonialbauten zu schlendern – sehr schönes Viertel!

San Felipe in Panama CitySan Felipe in Panama CitySan Felipe in Panama CitySan Felipe in Panama City

Die Taxifahrt führte übrigens quer durch das Viertel El Chorrillo und man merkt sofort den krassen Unterschied: extrem heruntergekommene Häuser, man sieht die Armut regelrecht, und an jeder zweiten Ecke steht die Polizei. Ich persönlich würde da auch nicht freiwillig rumlaufen wollen, dort fällt man als hellhäutiger Touri gleich auf. Einen kleinen Eindruck davon bekommt ihr auf dem Foto, das im Hintergrund den Ancon Hill zeigt oder auf dem Foto mit Blick über El Chorrillo auf San Felipe.
Am Abend gab es für uns mal wieder leckeres und bezahlbares lokales Essen im El Trapiche, welches direkt um die Ecke unseres Hotels liegt. Das gleiche Restaurant wurde am Abend darauf wieder aufgesucht :P. Nach dem Frühstück am nächsten Tag machten wir uns zu Fuß auf den Weg, um durch verschiedene Stadtviertel zu schlendern und den Flair der Stadt ein wenig zu spüren. Zu Fuß erkunden wir Städte eh am Liebsten :). Hauptsächlich verlief unser Weg durch die Viertel El Cangrejo (hier ist auch unser Hotel), El Carmen, Obarria und Marbella, dann entlang des Pazifiks an der Ave Balboa und wieder zurück. Dominiert werden diese Viertel durch Hotels, Banken, Restaurants etc. Der letzte Tag in Panama wird aus einer Kombination von Spaziergängen, Chillen am Pool und Reiseplanung bestehen, das schreibe ich nun mal in der Zukunftsform :).

Weltreise Panama CityPanama CityPanama CityPanama CityPanama City

So, es ist einfach unfassbar viel Text geworden, sorry dafür :D.
Übermorgen geht’s dann für uns sehr früh weiter: um 5.10 Uhr startet unser Flieger Richtung Cusco in Peru…:). Nach einem Monat in Mittelamerika erwarten uns ein anderes Klima, ein anderes Land, eine andere Kultur und neue Eindrücke – wir sind gespannt!

Danke fürs Lesen, ich freu mich auf Kommentare/Fragen und Hasta luego Panama :)!

Eure Evimauz

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